65 Jahre Stadtverband Speyer

Der Stadtverband Speyer der Donaudeutschen Landsmannschaft wurde im März 1951 gegründet. Im November desselben Jahres wurde die Trachtengruppe des Stadtverbandes gegründet. Somit konnten in diesem Jahr sowohl Stadtverband als auch die Trachtengruppe auf das 65-jährige Bestehen zurückblicken. Um nicht zwei Veranstaltungen abhalten zu müssen, war es sinnvoll am 4. Dezember 2016 zu einer Jubiläumsveranstaltung einzuladen.

In seiner Begrüßung betonte der 1. Vorsitzende des Stadtverbandes, Siegfried Liebel, dass 65 Jahre eigentlich kein rundes Jubiläum sei und eigentlich auch nicht groß mit einem Festprogramm gefeiert wird. Man wolle vielmehr mit verschiedenen Beiträge an eine vergangene Zeit erinnern und der Menschen gedenken, die seit 1951 die Landsmannschaft und die Trachtengruppe zu dem geformt haben, was sie heute noch sind und darstellen.

Im Kreis der geladenen Mitglieder, nicht alle sind der Einladung gefolgt, konnte der Vorsitzende den Oberbürgermeister von Speyer Hansjörg Eger und die Bürgermeisterin Monika Kabs, den CDU Stadtrat Georg Emes und den ehemaligen Stadtrat und Mitglied der Landsmannschaft Karl-Heinz Jung mit Gattin, den Präsidenten der SKG-Speyer Daout Hattab mit Gattin, den Präsidenten des Weltdachverbandes der Donauschwaben Stefan Ihas, den Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft Josef Jerger mit Gattin, Landsvorsitzenden Paul Nägl mit Gattin, die Vorsitzende des Ortsverbandes Mutterstadt Katharina Eicher – Müller mit Gatten, den Vorsitzenden des Ortsverbandes Dannstadt-Schauernheim Andreas Schmitz mit Gattin und Michael Welbl, Ehrenvorsitzender des Ortsverbandes willkommen heißen und begrüßen.

Während auf einer großen Leinwand Bilder projiziert wurden, schilderte Siegfried Liebel den Werdegang der Landsmannschaft von der Gründung an, bis in die heutigen Tage. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die selbstgestellten Aufgaben der Landsmannschaft im laufe der Jahrzehnte genauso geändert haben, wie die Anzahl der Untergliederungen des Landesverbandes. Anfangs standen Hilfen bei: Eingliederung, Lastenausgleich, in sozialen Fragen und Pflege der überlieferten Kultur im Vordergrund. Von einst 40 Untergliederungen bestehen derzeit noch fünf, die aktiv sind. Unsere Landsleute sind heute voll integriert, unsere Nachkommen stammen zwar von Donaudeutschen ab, sind aber Pfälzer. Die sozialen Fragen oder Lastenausgleich sind heute keine Themen mehr die die Landsmannschaft beschäftigen. Was übrig blieb, ist die Pflege der überlieferten Kultur aus dem Donauraum. Hinzu gekommen sind, die Begegnungen mit donauschwäbischen Kulturgruppen aus den Überseeländer und den einstigen Heimatgebieten. Ebenso die Treffen mit befreundeten Gruppen aus europäischen Nachbarländern, hier sei besonders die Trachtengruppe aus Chartres/Frankreich zu erwähnen. Das Genannte ist nur ein kleiner Auszug von dem, was Liebel in seiner Rede ausführte.

Liebel zitierte noch Stefan Gallo, der einmal sagte: „Wir (gemeint sind die Donaudeutschen) waren damals in Speyer die kleinste Landsmannschaft. Die Kontakte zu den Schlesiern, Pommern und anderer größeren Landsmannschaften gestaltete sich oft schwierig. Man schaute auf uns herab, denn wir waren keine Flüchtlinge aus den Gebieten des Deutschen Reiches, sonder kamen aus dem Südosten Europas, einem Gebiet, welches vielen unbekannt war“. Heute können wir feststellen, dass wir noch die einzige aktive Landsmannschaft in Speyer sind. Unsere Gemeinschaft ist zusammen mit dem Haus Pannonia gewachsen und aufgeblüht, sagte Liebel.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger, lobte in seinem Grußwort die Nachbarschaftshilfe der Donaudeutschen in den Anfangsjahren, die auch heute noch beispielgebend ist. Er lobte die Kontaktfreude der Landsleute, durch die viele Gruppen nach Speyer kamen und noch immer kommen. Er erinnerte an die zahlreichen Empfänge im historischen Ratssaal bei denen der Stadtvorstand die Gruppen begrüßen konnte. Durch diese Besuche und durch die Reisen der Trachtengruppe wurde und wird der Name Speyer in die Welt hinausgetragen. Abschließend bedankte sich OB Eger für die vielen Aktivitäten, die vom Haus Pannonia und seiner Gemeinschaft ausgingen und wünschte der Landsmannschaft samt Trachtengruppe noch viele erfolgreiche Jahre.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen von einem Büffet und einer kurzen Pause, wurde das Programm fortgesetzt. Landesvorsitzender Paul Nägl führte in seinem Grußwort aus:

„Die Gründung der Landsmannschaft und der Trachtengruppe im Jahr 1951 kann man wie die Quelle von zwei Bächen sehen, die sich nach kurzer Zeit zu einem Fluss vereinigen und trotzdem ihre Eigenheiten behalten. Die Landsmannschaft widmet sich den Aufgaben der Satzung

  1. Die sozialen und kulturellen Belange der Donaudeutschen vertreten;

  2. Geeignete Maßnahmen für die Selbsthilfe unter den Donaudeutschen einleiten, fördern und durchführen;

  3. Heimatliche Treffen, kulturelle Veranstaltungen, Vortragsabende und gesellige Zusammenkünfte organisieren;

Die Trachtengruppe sieht ihre Aufgaben stärker in der Pflege der Kultur und den geselligen Veranstaltungen. Beide Gruppen ergänzen sich und doch gibt es auch Differenzen über die Art und Weise, wie das gemeinsame Ziel erreicht werden soll. Trotz mancher unterschiedlichen Meinung, gelang es aber immer einen gemeinsamen Weg zu finden. Man habe sich Räume geschaffen im Falkenheim oder im Haus Pannonia. Anregungen von beiden Seiten wurden aufgenommen und weiterentwickelt. Neue Aktivitäten kamen oft von der Trachtengruppe. Nach einiger Zeit verschwanden Fußball, Kegeln oder Skifreizeiten, Andere bestehen heute noch wie z.B. die Partnerschaft mit Chartres/Frankreich oder zahlreiche internationale Kontakte. Auch die Landsmannschaft brachte neue Impulse ein, die von der Trachtengruppe mitgetragen wurden, wie die Kontakte in die ehemalige Heimat Ungarn, Rumänien, Jugoslawien. Auf diesem Weg lagen aber auch Steine im Flussbett, die zu starken Strömungen und Wirbeln führten. Doch auch diese Hindernisse konnten überwunden werden und das Wasser wieder in ein ruhiges Flussbett geführt werden. Dass die Landsmannschaft und die Trachtengruppe heute noch bestehen und aktiv sind, ist Personen zu verdanken, die nie das gemeinsame Ziel aus den Augen verloren haben. Der Landesverband der Donaudeutschen Landsmannschaft wünscht dem Stadtverband Speyer und der Trachtengruppe Speyer für die Zukunft alles Gute und vertraut auf das besonnene Handeln der verantwortlichen Personen“.

Nach einem Volkstanz überbrachte Josef Jerger, Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft, die Grüße und Glückwünsche des Präsidenten des Weltdachverbandes Stefan Ihas und von Hans Supritz, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben. Gleichzeitig bedankte er sich im Namen von Ihas und Supritz für die gute Zusammenarbeit und die Aufnahme und Betreuung von Gruppen aus dem Ausland in Speyer. Jerger zeigte in kurzen Sätzen auf, wie er als junger Mensch den Neustart in Deutschland in Erinnerung hat und wie er über die Trachtengruppe in Ludwigshafen zur Landsmannschaft fand. Da man nicht überall als Heimatvertriebener akzeptiert wurde, lag es nahe, dass man Kontakte zu Personenkreisen suchte, die das gleiche Schicksal teilten und bei denen der heimatliche Dialekt akzeptiert wurde.

Das Trio Manfred und Christel König und Siegfried Liebel erfreuten die Besucher mit dem in Mundart vorgetragenem Lied: „Dort drune in der kleeheisler Gass“. Mit der „Wixberscht“, dem Traditionstanz der Donaudeutschen Trachtengruppe Speyer, endete der offizielle Teil des Tages. Durch die vielen auf der großen Leinwand gezeigten Bilder, wurden viele schöne Erinnerungen an Freunde und Weggefährten geweckt. Gleichzeitig wurden damit alle geehrt, die in der Gemeinschaft lebten, tätig waren und für die Zukunft gewirkt haben, diese Stunden aber nicht mehr erleben durften.

Für 65 Jahre Mitgliedschaft ehrte der Landesverband die Mitglieder Magdalena und Stefanie Gallo, Adam Fasekasch (siehe Bild). Für besondere Verdienste um die Landsmannschaft wurden Mitglieder mit der Ehrennadel in Silber, sowie dem Verdienstabzeichen in Silber und Gold geehrt (Namen folgen)

Der Tag klang gemütlich bei Kaffee und Kuchen aus.

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